Schalke hat Geld, aber keine Kompetenz

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Foto: MediaWhalestock/Bigstock.com

In den letzten Wochen wurde immer wieder über die schlechte Finanz-Situation von Schalke gesprochen. Und die ist Fakt. Reserven sind kaum vorhanden, dafür aber enorm hohe Verbindlichkeiten. Dabei hat der Club eigentlich riesiges Potenzial. Wir schauen uns an, warum dieses Potenzial ungenutzt bleibt.

Zu teurer Kader

Ob ein Kader zu teuer ist oder nicht, lässt sich objektiv natürlich immer schwer bewerten. Wir nutzen mal einen einfachen Vergleich und du kannst dir dann deine eigene Meinung bilden. In den letzten Jahren hatte Schalke jährlich Personalkosten zwischen 110 und 125 Mio. €. Gladbachs Personalaufwand lag lediglich bei 70 bis 85 Mio. €. Leverkusen zahlte zuletzt 110 Mio. € ans Personal. (Hinweis: Hier sind zwar nicht nur die Profi-Spieler enthalten, aber diese machen den Großteil der Kosten aus.) Welchen Kader würdest du für die genannten Preise wählen? Unserer Meinung nach sind die Schalker Spieler deutlich überbezahlt. Da findet man insbesondere in Gladbach wohl ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis.

Altlasten

Die hohen Verbindlichkeiten, die sich in der Vergangenheit angehäuft haben, bremsen die Schalker zusätzlich aus. Wie bei einem Kredit üblich, müssen Tilgung und Zinsen geleistet werden. Aufgrund der Höhe der Schulden zahlt Schalke alleine schon Zinsen von über 6 Mio. €. Andere Vereine wie Dortmund und Gladbach zahlen lediglich 1 oder 2 Mio. € pro Jahr. Im letzten Geschäftsjahr 2019 hat Schalke zudem noch 25 Mio. € an Schulden getilgt. Von dem Geld könnte man sicherlich auch den ein oder anderen guten Spieler bezahlen. Diese Last wird den Verein wohl noch einige Jahr begleiten.

Kein Transfergeschick

Gute Transfers gelingen dem Verein nicht ganz so oft. Und gerade die teuren Einkäufe sind oft die größten Flops: Embolo, Konoplyanka, Bentaleb und Rudy. Und dann müssen auf der anderen Seite auch noch richtig gute Spieler kostenlos abgegeben werden: Kolasinac, Meyer, Goretzka und das neueste Beispiel Nübel. Das Thema ist wohl bekannt und dennoch muss man nochmal betonen wie viel Geld hier liegen gelassen wird.

Keine Konstanz auf der Bank

Der Trainer-Verschleiß auf Schalke ist hoch. Man findet keinen Trainer, der die Mannschaft auf das erwartete Niveau hebt. Zeit und zweite Chancen sind der Vereinsführung hier allerdings auch ein Fremdwort. Zudem sollte man sich fragen, ob wirklich immer der Trainer schuld ist oder der Kader einfach zu schlecht ist für die eigenen Ansprüche. Irgendwie komisch, dass die Trainer woanders Erfolg haben können, nur nicht auf Schalke. Vielleicht wird es ja mit David Wagner besser.

So viel Potenzial

Und jetzt nochmal zum Potenzial. Hier muss man wohl die Knappenschmiede nennen. Talente wie Neuer, Draxler, Sané und Kehrer bringen den Verein enorm voran. Wenn nicht sportlich, dann immerhin finanziell durch einen Verkauf. Aber auf Talente gibt es natürlich keine Garantie. Trotzdem hat der FC Schalke 04 auch so schon eine enorme Finanz-Kraft. Starke Sponsoren, eine riesige Fan-Basis und ein volles Stadion stabilisieren den Umsatz auf einen hohem Niveau. Selbst im eher schwachen Geschäftsjahr 2019 wurde ein Umsatz von 275 Mio. € erzielt. Im Vorjahr waren es sogar 350 Mio. € Umsatz. Hier können nur noch die Top-Vereine aus München, Dortmund, Leverkusen und Leipzig mithalten. Zukünftig muss dieses Geld allerdings auch noch in die richtigen Leute investiert werden. Dann könnte der FC Schalke 04 plötzlich ganz anders dastehen. Jetzt muss man aber erstmal die Corona-Krise überstehen.


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