BVB: Die perfekte Position

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Foto: sportsphotographer.eu/Bigstock.com

Noch im Jahr 2005 stand der BVB am Scheideweg. Die Insolvenz konnte gerade so abgewendet werden. Doch heute sieht alles anders aus. Der Verein hat eine enorme Entwicklung genommen und befindet sich in einer aus finanzieller Sicht "perfekten" Position.

Warum ist das so? Vergleicht man den BVB mit seinem größten Konkurrenten, ergibt sich ein entscheidender Unterschied: Der Erfolgsdruck. Für den FC Bayern zählt nur der erste Platz und das jedes Jahr. Dementsprechend müssen die Spieler schon auf einem hohen Niveau sein, wenn sie zum FC Bayern kommen. Allzu großer Spielraum für Entwicklungen ist hier nicht gegeben.

Anders ist die Lage beim BVB. Hier können sich die jungen Talente austoben, da nicht jedes Jahr ein Titel vorausgesetzt wird. Diese Position weiß das Management des BVB geschickt zu nutzen. Natürlich klappt es auch nicht mit jedem Spieler beim BVB, aber es gibt eine lange Liste mit positiven Beispielen: Götze, Hummels, Lewandowski, Gündogan, Aubameyang, Dembélé oder Sancho. Alle diese Spieler wurden günstig verpflichtet und konnten teilweise für eine hohe Ablösesumme wieder verkauft werden. Das verschafft dem BVB wiederum finanziellen Spielraum für neue Talente, die sich ebenfalls weiterentwickeln können. Die Transfers der aktuellen Saison spiegeln dies perfekt wider. Mit Hazard, Brandt, Schulz oder auch Morey wurden vielversprechende Talente verpflichtet. Und im Winter konnte man mit Haaland nochmal einen richtigen Kracher nachlegen. Der Kreislauf scheint sich fortzusetzen. Nebenbei werden werden allerdings auch gestandene Star-Spieler wie Hummels, Witsel und Can nach Dortmund geholt. Und auch das ist völlig richtig. Denn diese erfahrenen Spieler sollten die junge Mannschaft stabilisieren und für konstanten, planbaren Erfolg sorgen.

Durch die cleveren Transfers der letzten Jahre und dem sportlichen Erfolg steht der BVB finanziell inzwischen gut dar. Aus den Gewinnen konnte ein Cash-Polster von über 50 Mio. € aufgebaut werden. Zudem werden die Sponsoring-Einnahmen durch die jüngsten Verträge mit 1&1 und Puma weiter steigen. Jetzt darf man nur nicht zu früh zu viel wollen, aber das wird Watzke, Zorc und Co wohl klar sein. Setzt man diese sportliche Konstanz und die finanzielle Entwicklung die nächsten Jahre fort, kann man in ein paar Jahren einen Angriff auf die internationale Spitze wagen. Bis dahin wird man akzeptieren müssen, dass es insbesondere international noch nicht für den großen Schritt reicht.


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